„Hände hoch und nicht bewegen“ – Unser Stopp-Motion-Filmworkshop

Vom 20. Bis zum 24. März hatten wir in Halle ein ganz besonderes Projekt organisiert – den „Stopp-Motion-Filmworkshop“ – unterstützt durch „Aktion Mensch“. Je eine Klasse der „Astrid-Lindgren“-Förderschule für geistig Behinderte und eine der Neumarkt-Grundschule verbrachten eine intensive Woche und schufen gemeinsam einen eigenen Stopp-Motion-Film. 

„Stopp-Motion“ heißt umgangssprachlich so viel wie hunderte von Bildern schießen um einen kurzen Film zu bekommen, also nicht einfach „nur“ einen Film drehen, sondern viel mehr jede Szene, Figur und Dekoration selber gestalten sowie jeglichen kleinen Schritt spielen und nach jeder kleinen Bewegung innehalten für das nächste Foto.

Am Montag, dem 20. März, kamen alle Kinder am frühen Morgen ins MMZ um in die Workshop-Woche zu starten. Dieser Tag befasste sich größtenteils mit theoretischen Infos, einem ersten „Beschnuppern“ zwischen Kindern, Betreuern und Workshop-Mitarbeitern, der Einteilung in kleinere Gruppen und dem Erstellen der jeweiligen Storyboards.
Der gesamte Dienstagvormittag wurde von den Kindern der Astrid-Lindgren-Schule in ihrem Werkraum gemeinsam mit uns genutzt um zu Basteln und zu Malen was das Zeug hält. Am Ende des zweiten Tages waren somit schon eine Menge an Monstern, Dekoration, Szenen und Buchstaben bereit um bespielt zu werden.

Mittwoch der 22. März war schon unser dritter Tag und der zweite und letzte an welchem beide Schulen anwesend waren und das MMZ noch einmal erobert wurde. Nach einer kurzen Einführung wurde der Tagesablauf geplant und das „Filmen“ konnte beginnen. Sechs Kinder in einer Gruppe heißt: 12 Hände die alle gleichzeitig ihre Monster, Deko und Szene bewegen wollen – also ein ziemlich großes Chaos in jeder der vier Gruppen. Nach ein paar Bildern wurde den Kindern bewusst, wie anstrengend und aufwändig solch ein Film sein kann. Alle Bewegungen der Arme und Beine, jegliches Schweben der Wolken und jedes Schieben der Dekoration oder Szenerie musste mit vielen minimal unterschiedlichen Bildern festgehalten werden um im späteren Film zu einer reellen Bewegung werden zu können. Dieser Tag mag einer der anstrengendsten des gesamten Workshops gewesen sein, denn die Kinder haben realisiert wie aufwendig es ist einen knapp 2-minütigen Film zu produzieren und wie viel Detailarbeit und Zeit es wirklich braucht, aber es war auch einer der eindrucksvollsten: geprägt von Teamarbeit und Wow-Effekten.
Trotz des großen „Tschüß“, da es der letzte Workshop-Tag für die Kinder der Neumarkt-Grundschule war, waren alle Kinder sehr glücklich und zufrieden mit den Ergebnissen des Tages und konnten teils schon ein Stück ihres Films anschauen. So endet dieser Tag mit vielen glücklichen und zufriedenen Gesichtern und einem „Auf Wiedersehen“ zwischen neuen Freunden.
Donnerstag und Freitag fand der Workshop noch einmal in den Räumlichkeiten der „Astrid-Lindgren“-Schule statt um Töne aufzunehmen, die letzten Bilder zu schießen und den Film zu schneiden.
Gemeinsam nutzten wir die letzte Stunde am Freitag um es uns im Lehrerzimmer gemütlich zu machen und alle vier Filme schon einmal anzuschauen – jeder einzelne Film wurde gebührend bejubelt und von den Kindern als unterhaltsam befunden.


Am Ende war es für uns alle, sowohl Kinder als auch Workshop-Mitarbeiter, ein schweres „Auf Wiedersehen“. Nach vielen Umarmungen, Handschlägen und Händeschütteln war es plötzlich still im Werkraum und wir alle schauten uns an, in Gedanken die Ereignisse und Momente der letzten Tage in unseren Gruppen Revue passieren lassend.
Ein großes „Dankeschön“ an Aktion Mensch , die diesen Workshop ermöglicht haben und an beide Schulen und alle Kinder für solch eine unvergessliche Woche sowie die Möglichkeit neue Freundschaften über Grenzen hinweg bilden zu können. Wir alle freuen uns schon sehr darauf unsere kleinen Filmemacher auf dem Festival wiederzusehen und – dank der Kooperation von „Wilde Wesen-Kurzfilmwochen“ mit dem Monstronale Kurzfilmfestival – gemeinsam mit Ihnen die fertigen FIlme auf großer Leinwand anzuschauen.