Thema 2017: ANGST | FEAR

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Angst ist nicht nur das auslösende Moment in Horrorfilmproduktionen. Da sie, wie auch der
Zorn, äußerst facettenreich in der filmischen Erzählung auftaucht, wird sie in der Programmierung des Festivals aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Man kann sicherlich den Bezug zum Zuschauer gerade an dieser Emotion im filmischen Kontext festmachen, denn „Angst“ wird vor allem durch das Spiel mit den Ängsten der Zuschauer erzeugt. Wobei erzählte Angst als Motivator der Protagonisten auf der Leinwand
nicht gleichzusetzen ist mit der eben erwähnten erzeugten Angst des Zuschauers um sich selbst, oder um die Schauspieler auf der Leinwand.

Filmhistorisch kann bei der Angst in den Zuschauerreihen die erste Vorführung der Gebrüder Lumiere „Einfahrt eines Zuges“als Beispiel dienen, versetzte der fast auf sie zurollende Zug sie doch in Angst und Schrecken. Allerdings ist mit der Emanzipation des Zuschauers im Kinoraum auch diese Illusion weitestgehend verschwunden. Lediglich in den heute verstärkt produzierten 3D Filmen sind solche Schreckmomente eine gängige Version den Zuschauer direkt in Angst zu versetzen, mit einem scheinbar aus dem Bild fliegenden Beil zum Beispiel. Das Thema bietet allerdings mehr als solcherlei Jahrmarktzauber.

Es sind die Momente von Entscheidungen der Figuren, die Angst des Zuschauers vor der falschen Entscheidung in der Filmhandlung, das Kribbeln der Spannung, wenn sich die Handlung doch noch überraschend aus dem vom Zuschauer erwarteten Moment in eine gänzlich andere Richtung bewegt. Alfred Hitchcock hat es wie kein zweiter geschafft diese Augenblicke filmisch zu erfassen und zu inszenieren. Erinnert sei hier an „Vertigo“ oder „Die Vögel“. Auch Stanley Kubrick ist mit „The Shining“ ein Werk gelungen, das uns erschauern lässt obwohl uns als Zuschauer doch nichts passieren kann…oder?

Ein Thema, das in jedem Fall die Mühe lohnt, auch im Kurzfilm untersucht zu werden.

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