20/04/2017

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Even if the lights go out, there is still light.

Veronika Burger

„ […] sie fliegen fast immer. Und wenn sie nicht gleich umfallen, dann als letztes […] und wenn in Kampfszenen die Lampen ausgehen, ist es im Film noch hell […]“ Auszug aus einem Gespräch zwischen Veronika Burger und Elisabeth Kemeter. In Mainstream-Kinoproduktionen, insbesondere in der James Bond Filmserie, spielen Lampen zuweilen eine dramaturgische Schlüsselrolle. Als Auslöser oder Folge eines Kampfes werden sie zu Fall gebracht und gehen dabei häufig dramatisch zu Bruch. Ausgangspunkt des Filmes „even if the lights go out, there is still light“ sind zwei blaue Lampenschirme, welche die Wiener Lampenschirmmacherin Elisabeth Kemeter im Jahre 1989 für den James- Bond-Film „The Living Daylights“ fertigte. Diese Lampenschirme fielen allerdings aus der endgültigen Schnittfassung des Films heraus, ihre Originalentwürfe existieren nicht mehr. Die beiden – im Film abwesenden – Lampen sind in einem gemeinsamen Arbeitsprozess mit der Lampenschirmmacherin aus deren Gedächtnis rekonstruiert und produziert worden. So rücken die Lampen zu Hauptakteurinnen des Geschehens. Die Inszenierung – Film, Dokumente und Objekte – vermengt historische Ereignisse und Zeugnisse aus dem Leben der Person Elisabeth Kemeter mit fiktiv-spekulativem Material und stellt so die „Objektivität“ dokumentarischer Verfahren infrage. Die auf In- und Exklusion basierenden Mechanismen von Geschichtsschreibung werden sichtbar gemacht und Möglichkeiten einer (feministischen) Neuschreibung als wiederkehrender und performativer Gestaltungsakt verhandelt. Die vormals im Film abwesenden Lampenschirme realisieren sich im Film wieder.

Österreich | 2016 | 14:30 Min

Tagungsort

Puschkino