So lief das Monstronale Festival 2017

Am Donnerstagabend war es dann endlich soweit. Moderatorin Juliane Victor und Festivalleiter Christian Schunke begrüßten die Besucher im Puschkino zum fünften Monstronale Kurzfilmfestival. Den Festivalstartschuss machte dieses Jahr das neu hinzugekommene Programm „Shortdocs“. Dabei wurden neun Dokumentarfilme von Regisseuren aus aller Welt gezeigt. Die Filmemacherinnen Alina Cyranek („In Darkness“) und Astra Zoldnere („Blueberry Spirits“) ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein, als ihre Kurzfilme auf der Leinwand in Halle präsentiert wurden. Schön, dass ihr da wart! Für Astra Zoldnere hat es sich zudem doppelt gelohnt vor Ort gewesen zu sein. Sie durfte sich über den Publikumspreis freuen, welcher mit 400€ dotiert war. Den Jurypreis in Höhe von 600€ gewann der Film „Who the hell is Satan?“ von Leo Ferri.

 

Am darauf folgenden Tag startete das Festival bereits morgens. Im Rahmen der „Wilde Wesen Kurzfilmwochen“, welche von der Aktion Mensch unterstützt werden, haben Grundschüler aus Halle Animationsfilme produziert. Diese konnten die Kinder am Freitag im Wilde Wesen Kinderprogramm bei dem Monstronale Filmfestival auf großer Leinwand erleben . Bereits beim Einlass war den Schülern die Freude und auch die Aufregung sichtlich anzumerken. Dann hieß es Film ab und mit viel Spannung wurden die Animationsfilme verfolgt. Nach dem es für jeden Film tosenden Applaus gab, wurde eine kurze Pause eingelegt, in der das Monstronale Team alles für den nächsten Programmpunkt vorbereitet hat.                                                                         Für die Grundschüler ging es danach weiter mit dem Kurzfilmwettbewerb „Wilde Welten“. Anschließend durften die Schüler über Stimmzettel ihren Lieblingsfilm küren. Schon während der Filmvorführung stach ein Film besonders heraus: „Unsere wundervolle Natur – das Chamäleon“ von Tomer Eshed. Daher war es auch keine große Verwunderung als Moderatorin Juliane Victor den Gewinnerfilm des Publikumspreises, „Das Chamäleon“, bekannt gab. Währenddessen beriet sich die Schülerjury mit Festivalleiter Christian Schunke über den zu vergebenden Jurypreis. Zur Verkürzung der Wartezeit durften sich die im Saal sitzenden Schüler, nochmals den Animationsfilm von Tomer Eshed ansehen, welcher abermals zu einem lautem Lachen im Kino führte. Anschließend wurde dann die Jury auf die Bühne gebeten, die dem Film „Dust Buddies“ von Beth Tomashek den Jurypreis verlieh.

 

Am Abend folgte dann das nächste Festivalhighlight mit dem Themenprogramm „Angst | Fear“. Dazu wurde die Kulturstätte Labim zu einem Kinosaal umgebaut. Dieser wurde auch bis auf den letzten Platz besetzt und selbst das Schauen im stehen, war für unsere Besucher kein Problem, um unbedingt das Programm anschauen zu können. Nach dem die Filmvorführung mit viel Applaus und Begeisterung beendet wurde, übernahm die Moderatorin Juliane Victor wieder das Wort und leitete die Podiumsdiskussion ein. In dieser sprachen Festivalleiter Christian Schunke und Experimentalfilmemacher Lutz Garmsen über die Angst in Filmen. Auch das Publikum konnte sich immer wieder einmischen, sodass eine offene Runde entstand, welche den Festivalabend gebührend beendete.

 

Am Festivalsamstag durften sich die Gäste der Monstronale über den „internationalen Wettbewerb“ freuen. Für diesen Wettbewerb konnten, wie bei den anderen Wettbewerben ebenfalls gehandhabt, Regisseure aus allen Ländern ihre Kurzfilme einreichen. Bis auf die maximale Länge von fünfzehn Minuten gab es keine weitere Vorgaben und somit durfte sich das Team der Monstronale über einen neuen Einreichrekord freuen. Aus diesen Einreichungen hat hat das Festivalteam dann das Wettbewerbsprogramm, bestehend aus zehn Filmen festgelegt. Gegen 20 Uhr startete dann der „internationale Wettbewerb“ im großen Saal im Puschkinhaus, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Im Anschluss traf dann die Jury, die aus Vertretern der Medienbranche bestand, die Entscheidung, über die Vergabe der Plätze eins, zwei und drei. Der erste Platz ging dabei an den Film „L’Indigestion“ von der Belgierin Mathilde Remy, der zweite Platz an den Schweden Måns Berthas mit seinem Film „Bitchboy“ und über den dritten Platz freute sich Rosaria aus Brasilien für den Film „My Father’s Project“.                     Im Anschluss folgte die große Festivalparty im Labim. Zur Feier des Tages legte die Beatgemeinschaft aus Halle auf. Die elektronische Tanzmusik vom Mischpult wurde durch einen Live-Saxophonist und durch einen Live-Drummer abgerundet. Dies ließ auch die Herzen der Livemusikfreunde höher schlagen und so wurde bis tief in die Nacht ein erfolgreiches Festivalwochenende gefeiert.

 

Mit dem „Kurzfilmpicknick Ungarn“ haben wir dann am Sonntagabend die Open Air Saison eröffnet. Auch das Wetter hat uns keinen Strich durch die Rechnung gemacht. So war es die ganze Zeit trocken und in den Abendstunden halfen Decken und Feuerschalen gegen die Kälte. Die ungarischen Kurzfilme und die Atmosphäre der Waldbühne, direkt auf der Peißnitzinsel, sorgten für gute Laune bei den Besuchern. Nach dem Kurzfilmpicknick entschlossen sich noch viele Gäste zu bleiben, um den Abschlussfilm des Festivals anzuschauen. Dabei handelte es sich um den David Lynch Klassiker „Lost Highway“, welcher einen gelungenen Abschluss für das Festival darstellte.

Die Gewinnerfilme und ihre Regisseure 2017

Aus dem Meer aus Einreichungen haben wir bereits Anfang diesen Jahres die besten Filme für unser Festival ausgewählt. Dass ihr Film schließlich wirklich auf unserer Leinwand zu sehen war, hätten vielleicht einige der Regisseure von unseren Shortdocs-Filmen, den internationalen Einreichungen und den Kinderfilmen des Wilde Welten Programms, nicht erwartet. Um so wichtiger ist es uns, noch einmal zusammen zu fassen wer dieses Jahr eigentlich preisgekrönt wurde und vor allem wovon die Siegerfilme handeln.

Den Publikumspreis unseres Dokumentarfilmwettbewerbs gewann „Blueberry Spirits“ von Astra Zoldnere. Der fast 13 minütige Film, ist eine poetische Dokumentation über eine Roma-Familie, die während des Sommers in lettischen Wäldern Beeren pflückt, um ihr Leben zu bestreiten. Umgeben von der omnipräsenten Frage nach der Balance zwischen Zukunft und Vergangenheit, Traditionen und dem modernen Leben, stellt Blueberry Spirits den Kampf um die Identität als eine Reise zwischen Nacht und Tag und andersherum dar. Ursprünglich auf Lettisch und auch von einer waschechten Lettin geschrieben, nahm der Kurzfilm die Herzen unseres Publikums ein.                                                                                                                         Astra Zoldnere ist nicht nur Regisseurin, sondern auch Kuratorin und Publizistin. Ihre Arbeit verbindet theoretische und praktische Aspekte des Films. Sie machte ihren Master in film directing and der Baltic Film and Media School und erhielt bereits Preise für ihre Kurzfilme „Treasures of the Sea“ (2013) und „All My Dead“ (2014).

Der Jurypreis wurde an „Who the hell is Satan“, eine persische Dokumentation über iranische Rockmusik vergeben. Der Regisseur Leo Ferri erklärt, hier in Teheran im Iran ist Rockmusik verboten und Heavy Metal wird als ein satanischer Kult angesehen. “5grs” ist die erste Metal Band in der eine Frau singt und gleichzeitig eine der bekanntesten iranischen Musikgruppen. Sie wurden bedroht, geschlagen und inhaftiert und doch spielen sie immer noch ihre Songs. Der in Florenz geborenen Italiener studierte Philosophy und Anthropology und im Anschluss Photographie und Cinematographie. Er konzentrierte sich von dort an vor allem auf Kurzfilme.

 

Im Internationalen Wettbewerb machten die drei Filme „My Father’s Project“ (dritter Platz),„Bitchboy“ (zweiter Platz) und „L’indigestion“ auf dem ersten Platz das Rennen.                          „My Father’s Project“ ist eine fünfminütiger Animationsfilm von der brasilianischen Regisseurin Rosaria und erzählt eine Geschichte von Wünschen, Träumen und der Realität in form eines Skizzenbuches.                                                                                                                                           Der Kurzfilm „Bitchboy“ wurde von Måns Berthas geschrieben und handelt von Lukas, einem jungem passionierter Metalhead, der einen kürzlich verstorbenen Großvater im Krankenhaus besucht. Trotz selber Blutlinie, will er nicht, dass der alte Mann im Familiengrab beerdigt wird. Es kommen dunkle Geheimnisse ans Licht und als sich die Möglichkeit bietet, will er sich rächen. Der schwedische Regisseur war schon immer sehr interessiert an Film, Literatur und Musik und hat bereits viele verschiedene erfolgreiche Dokumentationen und Kurzfilme veröffentlicht.     Der Gewinnerfilm „L’Indigestion“ ist ein französischer Animationsfilm von der belgischen Regisseurin Mathilde Remy. Anlässlich des Geburtstages von der Großmutter wird ein Familienessen organisiert. Während des Essens erfährt man etwas über die Qualen, die Ängste und Boshaftigkeit der Familie.

 

Die Kinder im Wilde Welten Programm krönten „Unsere wundervolle Natur – das Chamäleon“ von Tomer Eshed zum Sieger. Ein kurzer, aber sehr gefeierter Animationsfilm über ein kleines Chamäleon, wie es lebt und isst. Die Jury entschied sich für „Dust Buddies“. Der Animationsfilm ist eine Geschichte über die Freundschaft der beiden Staubhasen Fuzz und Linit, die friedlich unter einer Couch leben. Als eine teuflische Hausangestellte Fuzz mit dem Staubsauger aufsaugt, muss Lint über seine Ängste wachsen und losziehen um seinen Freund zu retten. Geschrieben wurde er von Beth Tomashek.

 

Spannend war die Entscheidung allemal und wir finden es lohnt sich auf jeden Fall einen Blick auf weitere Kurzfilme der Gewinner zu werfen und sich auch noch einmal die anderen Kurzfilme an zu schauen. Wir haben ein wundervolles Wochenende verbracht mit vielen interessanten, witzigen, spannenden Kurzfilmen und bedanken uns bei allen, die dabei waren bzw. uns unterstützt haben. Hoffentlich bis nächstes Jahr!

„Hände hoch und nicht bewegen“ – Unser Stopp-Motion-Filmworkshop

Vom 20. Bis zum 24. März hatten wir in Halle ein ganz besonderes Projekt organisiert – den „Stopp-Motion-Filmworkshop“ – unterstützt durch „Aktion Mensch“. Je eine Klasse der „Astrid-Lindgren“-Förderschule für geistig Behinderte und eine der Neumarkt-Grundschule verbrachten eine intensive Woche und schufen gemeinsam einen eigenen Stopp-Motion-Film. 

„Stopp-Motion“ heißt umgangssprachlich so viel wie hunderte von Bildern schießen um einen kurzen Film zu bekommen, also nicht einfach „nur“ einen Film drehen, sondern viel mehr jede Szene, Figur und Dekoration selber gestalten sowie jeglichen kleinen Schritt spielen und nach jeder kleinen Bewegung innehalten für das nächste Foto.

Am Montag, dem 20. März, kamen alle Kinder am frühen Morgen ins MMZ um in die Workshop-Woche zu starten. Dieser Tag befasste sich größtenteils mit theoretischen Infos, einem ersten „Beschnuppern“ zwischen Kindern, Betreuern und Workshop-Mitarbeitern, der Einteilung in kleinere Gruppen und dem Erstellen der jeweiligen Storyboards.
Der gesamte Dienstagvormittag wurde von den Kindern der Astrid-Lindgren-Schule in ihrem Werkraum gemeinsam mit uns genutzt um zu Basteln und zu Malen was das Zeug hält. Am Ende des zweiten Tages waren somit schon eine Menge an Monstern, Dekoration, Szenen und Buchstaben bereit um bespielt zu werden.

Mittwoch der 22. März war schon unser dritter Tag und der zweite und letzte an welchem beide Schulen anwesend waren und das MMZ noch einmal erobert wurde. Nach einer kurzen Einführung wurde der Tagesablauf geplant und das „Filmen“ konnte beginnen. Sechs Kinder in einer Gruppe heißt: 12 Hände die alle gleichzeitig ihre Monster, Deko und Szene bewegen wollen – also ein ziemlich großes Chaos in jeder der vier Gruppen. Nach ein paar Bildern wurde den Kindern bewusst, wie anstrengend und aufwändig solch ein Film sein kann. Alle Bewegungen der Arme und Beine, jegliches Schweben der Wolken und jedes Schieben der Dekoration oder Szenerie musste mit vielen minimal unterschiedlichen Bildern festgehalten werden um im späteren Film zu einer reellen Bewegung werden zu können. Dieser Tag mag einer der anstrengendsten des gesamten Workshops gewesen sein, denn die Kinder haben realisiert wie aufwendig es ist einen knapp 2-minütigen Film zu produzieren und wie viel Detailarbeit und Zeit es wirklich braucht, aber es war auch einer der eindrucksvollsten: geprägt von Teamarbeit und Wow-Effekten.
Trotz des großen „Tschüß“, da es der letzte Workshop-Tag für die Kinder der Neumarkt-Grundschule war, waren alle Kinder sehr glücklich und zufrieden mit den Ergebnissen des Tages und konnten teils schon ein Stück ihres Films anschauen. So endet dieser Tag mit vielen glücklichen und zufriedenen Gesichtern und einem „Auf Wiedersehen“ zwischen neuen Freunden.
Donnerstag und Freitag fand der Workshop noch einmal in den Räumlichkeiten der „Astrid-Lindgren“-Schule statt um Töne aufzunehmen, die letzten Bilder zu schießen und den Film zu schneiden.
Gemeinsam nutzten wir die letzte Stunde am Freitag um es uns im Lehrerzimmer gemütlich zu machen und alle vier Filme schon einmal anzuschauen – jeder einzelne Film wurde gebührend bejubelt und von den Kindern als unterhaltsam befunden.


Am Ende war es für uns alle, sowohl Kinder als auch Workshop-Mitarbeiter, ein schweres „Auf Wiedersehen“. Nach vielen Umarmungen, Handschlägen und Händeschütteln war es plötzlich still im Werkraum und wir alle schauten uns an, in Gedanken die Ereignisse und Momente der letzten Tage in unseren Gruppen Revue passieren lassend.
Ein großes „Dankeschön“ an Aktion Mensch , die diesen Workshop ermöglicht haben und an beide Schulen und alle Kinder für solch eine unvergessliche Woche sowie die Möglichkeit neue Freundschaften über Grenzen hinweg bilden zu können. Wir alle freuen uns schon sehr darauf unsere kleinen Filmemacher auf dem Festival wiederzusehen und – dank der Kooperation von „Wilde Wesen-Kurzfilmwochen“ mit dem Monstronale Kurzfilmfestival – gemeinsam mit Ihnen die fertigen FIlme auf großer Leinwand anzuschauen.

Die Vorbereitungen laufen

Nur noch wenige Tage und das Monstronale Festival startet. Trotz der anstregenden Vorbereitungen ist unsere Vorfreude auf das Festivalwochenende riesig!

Bereits in den letzten Wochen liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Dabei stand hauptsächlich das verteilen von Flyern und Postern im Vordergrund. Aber nicht nur in der ganzen Stadt Halle haben wir Flyer verteilt, sondern auch in Leipzig könnten euch einige Festivalflyer ins Auge springen.

Ein weiterer wichtiger Teil der Vorbereitungen waren die Subotnik Aktionen im Labim. Im Vordergrund stand neben kleineren handwerklichen Arbeiten, wie Wände streichen oder Sitzbänke auffrischen, die Vorbereitung auf das Monstronale Filmfestival. So wurde der Kinosaal poliert und die Leinwand gespannt und gereinigt. 

Bei den Teamsitzungen im MMZ war des Fertigstellen der Festivalbadgets ein wichtiger Teil. Dabei hat der eine Teil des Teams die Löcher in die Badgets gestanzt und der andere Teil hat anschließend die Schlüsselbänder angebracht. Übrigens sind unsere Festivalbadgets dieses Jahr plastikfrei. Außerdem wurden die Trophäen für die Gewinner vorbereitet und fertiggestellt. Alle Neugierigen finden eines dieser Schmuckstücke auf unserem Twitter-Account.

Seit Ostermontag läuft auch der Ticketverkauf. Dieser findet noch bis Mittwoch im Puschkino statt, einem Programmkino in dem vor allem Filme abseits des Mainstreams gezeigt werden. In der Zeit von 17 bis 21 Uhr habt ihr also dort die Chance Festivalkarten zu erwerben.

 

Der Festivaltrailer ist da!

In nicht mal mehr zwei Wochen startet das Monstronale Festival 2017. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und wir freuen uns sehr, dass wir euch heute den offiziellen Trailer vorstellen dürfen. Dieser gibt einen kurzen Einblick in die nominierten Kurzfilme und macht Lust auf mehr. Denkt also an den Kartenvorverkauf vom 17. bis 19. April von 17-21 Uhr im Puschkino.

 

Peißnitzhaus

Peißnitzhaus

Peißnitzinsel 4
06108 Halle (Saale)

Heute möchten wir euch das Peißnitzhaus vorstellen. Dieses wurde im Jahr 1893 als Wirtshaus gegründet und liegt auf der naturbelassenen Peißnitzinsel in Halle. Nach jahrelanger gastronomischer Nutzung fand das Peißnitzhaus in den 1920er Jahren Verwendung als Schulgebäude. In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und in der darauffolgenden DDR wurde das Peißnitzhaus lange als Pionierhaus genutzt. In den 1990er Jahren begann dann der Verfall, da das Haus ungenutzt blieb. Seit 2003 hat sich dies allerdings geändert. In diesem Jahr gründete sich der Verein Peißnitzhaus e.V. mit dem Ziel der Sanierung und Wiederbelebung des geschichtsträchtigem Bauwerk. Seit dem versucht der Verein den Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutz zu gewährleisten. Über die Jahre ist das Peißnitzhaus durch das ehrenamtliche Engagement des Vereins zu einem Haus der Kulturen und Begegnungen geworden. Es finden regelmäßig Veranstaltungen statt, die sowohl die jüngere, als auch die ältere Generation ansprechen. Auch das gastronomisch Angebot im Gartenlokal sowie der Spielplatz für Kinder lockt an sonnigen Tagen zahlreiche Besucher an das Peißnitzhaus.

Umso mehr freuen wir uns, dass auch das Monstronale Festival an diesem besonderen Ort im Grünen von Halle stattfinden darf. Dabei ist die Waldbühne am Peißnitzhaus eine idealer Veranstaltungsort für das am Sonntag von 19:30 bis 21:00 stattfindende Länderprogramm Ungarn.

Erzählt uns, was ihr hören könnt

 

Freitag der 17. März 2017, ein ganz normaler Tag vor dem Wochenende in der Hallenser Neumarkt Grundschule. Doch für die 3. Klasse war es ein ganz besonderer Tag: in Kooperation mit Aktion Mensch stand ein Audio-Projekt an. Fünf Mitarbeiter des „Wilde Wesen“-Festivals haben für diesen Vormittag Aufnahmegeräte, Mikrofone und Equipment in die Aula der Neumarkt-Grundschule gebracht, um den Kindern ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten.
Nach einer kleinen „Beschnuppern“- und Kennenlernrunde drehte sich alles erst einmal darum, welche Geräusche es gibt, wie man sie darstellen kann, wie ein Geräuschemacher arbeitet und was man mit geschlossenen Augen alles noch einmal ganz anders hört.

Kokosnüsse, die wie Hufe klappern, mit dem Mund ein „Plopp“ nachgestellt und viele Ideen später durfte der Film angeschaut werden, welchen die Kinder im Laufe des Tages „vertonen“ sollten. Natürlich ging es um die Geräuschfindung und -aufnahme, denn alles Weitere wurde den Profis überlassen werden.
Film ab und erstaunte Blicke gingen in Richtung der Erwachsenen, denn der Film wurde ohne Ton abgespielt. Somit musste überlegt werden, welche Geräusche gebraucht werden und wie sie nachzustellen sind, ganz ohne viel Equipment und eigenes Studio.
Angestachelt von vielen Ideen und dem Wissen, dass sie gleich mit einem echten Mikrofon und richtigen Aufnahmegeräten arbeiten können, versammelten die Kinder sich schnell in den insgesamt vier Gruppen und das Abenteuer begann.

Hier mal das Mikrofon gerichtet, dort geholfen den richtigen Knopf für die Aufnahme zu finden und das eine oder andere Kabel schnell abgesichert – doch damit waren auch schon die Aufgaben weg – bei denen die Kinder Hilfe benötigten.

Gerade am Anfang sprudelt es aus allen Mündern, wie man was machen könne, es wurde ordentlich aufgepasst, ob der Ton zu hören war und auch alles aufgenommen wurde. Nach kurzer Zeit hatte man beinahe das Gefühl eine Gruppe kleiner Profis um sich versammelt zu haben. Doch natürlich sind die Gerätschaften nicht federleicht und manchmal sieht so ein Kopfhörer viel cooler aus als ein Mikrofon – oder auch gerade nicht – so hat gewiss jede Gruppe ihre kleinen Trotzmomente erlebt, hat es aber auch wieder dort heraus geschafft und viele wunderbare, ganz unterschiedliche Töne zusammengetragen.

Alle wieder beisammen sah man in erschöpfte, aber glückliche und zufriedene Gesichter. Es wurde nun geplappert, wer denn was und wie gemacht hat, wer was bedienen durfte und wo man überall mit seiner Gruppe auf dem Schulgelände war. Nun wurde noch ein letztes Mal alles ruhig, die kleinen Profis durften noch ein paar ganz verschiedene Kinder-Kurzfilme ansehen, bevor die große Verabschiedung anstand. An dieser Stelle möchten wir, das Team der Wilde Wesen-Kurzfilmwochen, uns noch einmal bei den lieben Neumarkt-Grundschulkinder für einen spannenden Vormittag bedanken. Außerdem gilt unser Dank den Lehrern die dies erst ermöglicht haben, sowie der Aktion „Aktion Mensch“ für die Kooperation.

MMZ Halle

Mitteldeutsches Multimediazentrum 

Mansfelder Str. 56
06108 Halle (Saale)

Und weiter geht es mit den Veranstaltungsorten. Diese Woche wollen wir das Multimediazentrum Halle vorstellen. Dort wird die Monstronale gemacht und die kreativen Ideen rund um das Festivalprogramm und unsere Social-Media Kanäle entstehen.

Das MMZ wurde im Jahr 2007 gegründet und beheimatet mehr als 125 Unternehmen. Zudem fungiert es auch als Existenzgründerzentrum und unterstützt Start-Up-Unternehmen der Medien- und Kreativwirtschaft. Seit Gründung des MMZ befinden sich auch die Medien-und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Gebäude. Die Kombination aus jungen Unternehmen, kreativer Arbeit und der Weiterbildung machen das Mitteldeutsche Multimediazentrum zu einem wichtigen Instrument für den Medienstandort Halle.

Im Rahmen der Monstronale werden im MMZ zwei verschiedene Workshops für Filmemacher stattfinden. Diese finden am 22. April statt und behandeln das Thema Sound/Musik und Farbe im Film.

Angst im Film: Wie und Warum?

Das Empfinden von Angst während man einen Film sieht ist komplexer als es zunächst scheint. Dabei kann ein Status erreicht werden, in dem der Zuschauer körperlich und psychisch so reagiert, als wäre er der entsprechenden Situation tatsächlich ausgesetzt. Gleichzeitig geht man aber davon aus, dass sich alle Zuschauer jederzeit bewusst darüber sind, dass es sich bei dem Gesehenen nur um Fiktion handelt und sie nicht wirklich in Gefahr sind. Vivian Sobchack versucht dieses Phänomen mit dem Begriff des “cinesthic subject” (dt.: kinästhetisches Subjekt) zu erklären. Das kinästhetische Subjekt erlebt sich zur gleichen Zeit als distanzierter Beobachter der audiovisuellen Eindrücke des Films und als mit allen Sinnen in die Handlung involvierter Teilnehmer. Durch diese doppelte Wahrnehmung ist das Gehirn in der Lage zwischen echten und Als-ob-Wahrnehmungen zu unterscheiden, während sich die Als-ob-Wahrnehmungen dennoch real anfühlen. Nur eben ohne des Aspekt, dass sie tatsächlich real sind. Ganz schön kompliziert, oder?
Warum möchten sich so viele Menschen freiwillig und gutwillig der Angst aussetzen, indem sie beispielsweise Horrorfilme schauen? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, aber es gibt Erklärungsansätze. Grundsätzlich ermöglichen es Filme (und alle anderen Formen von Fiktion) dem Zuschauer, Bewusstseinszustände zu erfahren, die im realen Leben nur unter sehr gefährlichen oder gar unmöglichen Umständen zu schaffen wären. Für den Film spricht man hierbei von einer “Doppelten Fiktionalisierung”. Da wäre zum einen die abgefilmte Welt, welche durch Kamera und Post-Produktion fiktionalisiert wird und der Zuschauer, welcher sich selbst fiktionalisiert, in dem er in den Film eintaucht.

Doch warum wollen wir überhaupt in eine feindliche, bedrohliche Welt abtauchen? Neben eher entwicklungsbiologischen Ansätzen (man begibt sich in gefährliche Situationen um den oder die Partner/in zu beeindrucken) gibt es auch noch Ansätze wie von Julian Hanich. Angst durch einen Film zu empfinden beschert uns intensive körperliche Erfahrungen und das in einem modernen Alltag, der zunehmend entkörperlicht ist. “Against the backdrop of a culture of disembodiment, the cinema of fear awakens our slumbering bodies by literally moving them into an awareness of aliveness.”

Hinzu kommt noch, dass die Bedrohung in klassischen Horrorfilmen wie Alien oder Jaws durch etwas Übernatürliches, Übermächtiges symbolisiert wird, was bei vielen Menschen anziehend oder faszinierend wirkt. Angst entsteht häufig aus einer Drohung, dass man etwas Existentielles verliert. Sei es Anerkennung, Mitmenschen oder das eigene Leben. Durch die doppelte Fiktionalisierung und die Wahrnehmung eines Films als kinästhetisches Subjekt, entfällt diese Drohung jedoch. Und ohne die Gefahr etwas zu verlieren, kann sich der Zuschauer dann voll auf das fremdartige, körperliche Empfinden von Angst und das übermächtige Element des Films einlassen.

Wer mehr darüber wissen will kann u. A. hier nachforschen:

Leitner, Florian (2017). Medienhorror. Mediale Angst im Film. Wilhelm Fink. Paderborn

Gertrud Koch “Tun oder so tun als ob? – alternative Strategien des Filmischen”, in: Christiane Voss (Hg.), “Es ist, als ob.” Fiktionalität in Philosophie, Film- und Medienwissenschaft. Fink Verlag, München 2009

Sobchack, Vivian (2004). What My Fingers Knew. The Cinesthic Subject, or Vision in the Flesh. In: Sobchack, Vivian. Carnal Thougts. Embodiement and Moving Image Culture. University of California Press. Berkeley.

Labim

 Labim

Töpferplan 3
06108 Halle (Saale)

In einem Monat ist es endlich soweit und das internationale Kurzfilmfestival Monstronale findet in Halle statt. Um allen Gästen und Filmemachern das warten etwas zu verkürzen, starten wir heute mit unserer Reihe der Veranstaltungsvorstellung. Jede Woche präsentieren wir euch eine neue Location des Festivals!

Das Labim:

Als kleines Programmkino im Jahr 1992 gegründet, wurde das Labim über die Jahre zu einem besonderen Ort für Filmliebhaber. Vor allem für außergewöhnliche Filme, die nicht in den Massenkinos gezeigt werden, bietet das La Bim eine Spielstätte. So entstand aus dem Gebäude am Töpferplan 3 ein Ort für unabhängige Kulturen und Begegnungen. Die kreative und etwas verspielte Gebäudefassade verkörpert diese Nischenkultur perfekt.

Im Jahr 2010 wurde das Gebäude vom gemeinnützigen Verein Plan 3 übernommen. Dieser setzt sich für den Erhalt und die dauerhafte Nutzung des Labims ein. Regelmäßig organisiert der Plan 3 e.V. eigene Veranstaltungen wie das Kickercafé und bietet aber auch anderen sozialen Projekten Unterstützung an.

Für die Monstronale dient das Labim als Schauplatz für das Themenprogramm „Angst | Fear“ am Freitagabend in dem es um die Angst in Kurzfilmen geht. Ein besonders spannender Aspekt ist, dass die Angst nicht nur ein Element des Films ist, sondern auch den Kinoraum als Ganzes miteinbezieht. Außerdem wird die große Festival-Party am Samstagabend im Labim stattfinden. Dort wollen wir mit allen Filmemachern und -liebhabern zusammen feiern!